Thorben Schütt
Coaching für Entscheider
Kostenloser Guide

Der nächste
Schritt

Sieben Ansatzpunkte für den Sprung in die nächste Führungsebene, mit Hintergründen aus Forschung und aus meiner Coachingpraxis.

Thorben SchüttCoach für Führungskräfte, Einzel- und Gruppencoaching
Einordnung

Warum dieser Schritt anders ist als der letzte

Der Wechsel vom Kollegen zur Führungskraft war die erste große Zäsur in deiner Laufbahn. Der nächste Schritt, aus der operativen Führung heraus in eine größere, strategischere Rolle, ist eine zweite Zäsur, die oft unterschätzt wird, weil du diesmal schon Führungserfahrung mitbringst.

Ram Charan, Stephen Drotter und James Noel beschreiben in ihrem Modell der Führungspassagen sechs solcher Übergänge auf dem Weg von der ersten Führungsrolle bis in die Unternehmensspitze. Der zentrale Befund ihrer über dreißigjährigen Beratungsarbeit: Führungskräfte scheitern auf einer neuen Stufe selten, weil ihnen Fachwissen fehlt. Sie scheitern, weil sie genau das fortsetzen, was sie auf der vorherigen Stufe erfolgreich gemacht hat, statt die neue Stufe wirklich anzunehmen.

50 bis 60 Prozent der Führungskräfte scheitern laut vielfach zitierten Untersuchungen, unter anderem in der Harvard Business Review, innerhalb der ersten 18 Monate in einer neuen, höheren Rolle. Der größte Wandel dabei ist nicht fachlich, sondern mental: Wer als Führungskraft auf der bisherigen Ebene für Umsetzung stand, muss auf der nächsten Ebene für Ausrichtung und Weitblick stehen. Quelle: Harvard Business Review u.a., siehe Quellenverzeichnis am Ende dieses Guides

Der Global Leadership Forecast 2025 von DDI zeigt außerdem, wie stark dieser Übergang belastet. 71 Prozent der Führungskräfte berichten von deutlich gestiegenem Stress seit Antritt ihrer aktuellen Rolle, ein Anstieg gegenüber 63 Prozent im Jahr 2022. 40 Prozent derjenigen mit erhöhtem Stress haben ernsthaft erwogen, ihre Führungsrolle wieder aufzugeben, um ihr Wohlbefinden zu schützen.

Die folgenden sieben Ansatzpunkte begleiten dich durch genau diesen Übergang. Jeder Punkt verbindet eine kurze Einordnung mit konkreten Schritten und einer Reflexionsfrage für dich.

Die sieben Ansatzpunkte
1

Vom Tun zum Verantworten

Warum es zählt: Nur 19 Prozent der Führungskräfte zeigen laut DDI ausgeprägte Delegationsfähigkeiten. Wer operative Aufgaben nicht loslässt, bleibt in der alten Rolle gefangen und hat keine Kapazität für die neue.

  • Liste die drei Aufgaben, die du zuletzt selbst übernommen hast, obwohl sie im Team liegen könnten.
  • Definiere für dich, was Delegieren wirklich heißt: Verantwortung abgeben, nicht nur Aufgaben verteilen.

Reflexionsfrage: Welche Aufgabe fällt mir am schwersten abzugeben, und was sagt das über mein bisheriges Rollenverständnis?

2

Strategisches Denken bewusst trainieren

Warum es zählt: Strategisches Denken zählt zu den zentralen Fähigkeitslücken beim Übergang in höhere Führungsebenen. Es entsteht selten nebenbei, sondern braucht bewusst geschützten Raum.

  • Reserviere feste Zeit im Kalender für strategische statt operative Fragen, und verteidige diese Zeit.
  • Prüfe wichtige Entscheidungen bewusst anhand ihrer Wirkung in zwölf bis vierundzwanzig Monaten, nicht nur kurzfristig.

Reflexionsfrage: Wie viel meiner Woche fließt aktuell wirklich in strategische statt operative Themen?

3

Einfluss über Bereichsgrenzen hinweg aufbauen

Warum es zählt: Einfluss über den eigenen Bereich hinaus gehört zu den Fähigkeiten, die auf höheren Ebenen zählen, dort aber am seltensten mitgebracht werden.

  • Baue bewusst Beziehungen zu Führungskräften in anderen Bereichen auf, nicht nur im eigenen Team.
  • Gewinne früh Verbündete für eigene Themen, statt erst im Entscheidungsmoment um Unterstützung zu werben.

Reflexionsfrage: Mit wem außerhalb meines eigenen Bereichs habe ich im letzten Monat wirklich Zeit verbracht?

4

Kommunikation auf die neue Ebene heben

Warum es zählt: Der größte Wandel beim Aufstieg ist der Fokus der Kommunikation. Wer auf der operativen Ebene führte, kommunizierte über Umsetzung. Auf der nächsten Ebene zählen Ausrichtung und Zusammenhang.

  • Passe deine Botschaften an die Flughöhe deiner Zielgruppe an: Kernaussage zuerst, Details danach.
  • Reflektiere regelmäßig, wie deine Wortmeldungen in Führungsrunden tatsächlich wirken.

Reflexionsfrage: Beginne ich meine wichtigsten Wortmeldungen mit dem Ergebnis oder mit dem Weg dorthin?

Die sieben Ansatzpunkte, Fortsetzung
5

Unternehmerische Kennzahlen verstehen und nutzen

Warum es zählt: Sicherheit im Umgang mit den finanziellen Kennzahlen der neuen Ebene gehört zu den am häufigsten fehlenden Fähigkeiten beim Sprung in höhere Führungsrollen.

  • Mach dich gezielt mit den zentralen Kennzahlen deiner neuen Ebene vertraut, auch wenn das anfangs unbequem ist.
  • Begründe Entscheidungen zunehmend auch finanziell, nicht nur fachlich.

Reflexionsfrage: Welche drei Kennzahlen sind auf der nächsten Ebene entscheidend, und wie sicher fühle ich mich darin?

6

Mit Einsamkeit und weniger direktem Feedback umgehen

Warum es zählt: Mit steigender Verantwortung wird Feedback seltener und indirekter. Führungsforschung beschreibt das als eine der emotional anspruchsvollsten Seiten des Aufstiegs.

  • Such dir bewusst ein Sparring außerhalb der eigenen Hierarchie, zum Beispiel Coaching oder ein Netzwerk auf Augenhöhe.
  • Beobachte deine eigene Belastung ehrlich, statt sie zu ignorieren, bis sie zu groß wird.

Reflexionsfrage: Wer sagt mir ehrlich die Wahrheit, seit ich in dieser neuen Rolle bin?

7

Die eigene Führungsidentität neu verankern

Warum es zählt: Der Wandel der eigenen Identität als Führungskraft gilt als einer der häufigsten Stolpersteine bei Beförderungen in höhere Ebenen, gerade weil er selten offen angesprochen wird.

  • Formuliere bewusst, was sich an deiner Rolle wirklich verändert hat, nicht nur am Titel.
  • Definiere, woran du deinen eigenen Erfolg auf der neuen Ebene misst.
  • Zieh in Erwägung, dir für die ersten Monate gezielt Unterstützung zu holen, zum Beispiel durch Coaching.

Reflexionsfrage: Woran messe ich meinen Erfolg auf dieser neuen Ebene, und unterscheidet sich das von früher?

Zeitliche Orientierung

Der Übergang in der neuen Rolle im Überblick

Diese sieben Punkte ersetzen keine Erfahrung. Sie geben dir Struktur, an der du dich in unsicheren Momenten orientieren kannst. Im Folgenden findest du eine zeitliche Einordnung für deine ersten Monate.

Der amerikanische Führungsforscher Michael Watkins beschreibt in seinem vielfach übersetzten Werk zur Führungstransition den sogenannten Breakeven Point. Das ist der Moment, ab dem eine Organisation genauso viel von einer neuen Führungskraft profitiert, wie sie in deren Einarbeitung investiert hat. Das gilt bei internen Aufstiegen genauso wie beim ersten Wechsel in eine Führungsrolle.

Vor dem Wechsel
  • Erwartungen an die neue Rolle mit der eigenen Führungskraft oder dem Vorstand konkret klären.
  • Die eigene operative Nachfolge frühzeitig regeln, statt sie nebenbei zu lösen.
Die ersten 30 Tage
  • Zuhören und die neue Ebene verstehen, bevor eigene Akzente gesetzt werden.
  • Erste Beziehungen zu Führungskräften auf gleicher Ebene aktiv aufbauen.
Tag 30 bis Tag 90
  • Erste strategische Entscheidungen sichtbar treffen, statt nur zu verwalten.
  • Eigenen Kommunikationsstil an die neue Ebene anpassen und aktiv Feedback dazu einholen.
Nach 90 Tagen
  • Zwischenstand mit der eigenen Führungskraft oder dem Vorstand besprechen.
  • Bewusst reflektieren, was sich an der eigenen Führungsidentität verändert hat, zum Beispiel im Coaching.
Fallstricke im Blick

Vier Muster, die den nächsten Schritt erschweren

Die folgenden vier Muster tauchen in Führungsforschung ebenso auf wie in meiner eigenen Coachingpraxis, immer wieder bei erfahrenen Führungskräften auf dem Weg in eine größere Rolle.

Am alten Erfolgsrezept festhalten

Laut dem Leadership Pipeline Modell scheitern Führungskräfte oft, weil sie fortsetzen, was sie auf der vorherigen Stufe erfolgreich gemacht hat, statt die Anforderungen der neuen Stufe wirklich anzunehmen.

Delegation als Kontrollverlust erleben

Nur 19 Prozent der Führungskräfte zeigen laut DDI ausgeprägte Delegationsfähigkeiten. Die Sorge um Kontrolle hält viele davon ab, rechtzeitig loszulassen.

Stress als Preis des Erfolgs hinnehmen

71 Prozent berichten laut DDI von deutlich gestiegenem Stress in der neuen Rolle. Viele akzeptieren das lange, bevor sie etwas daran ändern.

Die eigene Unsicherheit verstecken

Aus Sorge um die eigene Wirkung sprechen viele frisch beförderte Führungskräfte nicht offen über Unsicherheit, wodurch ihnen wertvolle Unterstützung entgeht.

Nächster Schritt

Wenn du diesen Schritt nicht allein gehen willst

Dieser Guide gibt dir Struktur für den Übergang in die nächste Führungsebene. Manche Fragen lassen sich trotzdem leichter im Gespräch klären als allein auf dem Papier, besonders wenn es um deine eigene Führungsidentität geht.

In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation und klären, ob Coaching für dich der richtige nächste Schritt ist.

Ich begleite seit 2020 Führungskräfte im Einzel- und Gruppencoaching auf ihrem Weg zu mehr Klarheit und Souveränität in der neuen Rolle.

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Über den Autor

Thorben Schütt

Ich bin seit 2017 Geschäftsführer der BGM³ GmbH und seit 2020 zusätzlich Coach für Führungskräfte, im Einzel- und Gruppencoaching. Als NLP Practitioner, NLP Master und NLP HypnoCoach verbinde ich psychologisch fundierte Methoden mit praktischer Erfahrung aus eigener Unternehmensführung. Als Coach, Mentor und Geschäftsführer der CoA Leadership Academy habe ich zahlreiche Führungskräfte im Einzel- und Gruppencoaching sowie im Mentoring begleitet, viele davon in genau der Phase, die dieser Guide beschreibt, dem Übergang in eine größere Führungsrolle.

Quellenverzeichnis

Für alle Zahlen und Studien in diesem Guide